Wovon lässt du dich inspirieren, bevor du ein neues Projekt beginnst?
Alles kommt auf den Zusammenhang an. Für mich hat sich das Beobachten oft als wichtiges Hilfsmittel herausgestellt. Ich beobachte gerne wie Menschen mit Objekten interagieren, wie sie sie verwenden oder auf unterschiedliche Weise eine persönliche Beziehung zu ihnen aufbauen. Manchmal kommt die Inspiration aber auch aus dem Material selbst, aus seiner Körperlichkeit. Die Haptik ist für mich sehr wichtig und das Spielen mit Glas- oder Stoffproben kann bei mir leicht den kreativen Prozess einleiten. Aber egal wie ich diese erste Idee bekomme, ich fange immer gern offline an - ansonsten zerstört die Überflutung visueller Reize, gerade aus dem Internet, den kreativen Prozess. Für mich muss es am Anfang etwas Greifbares sein - genauso wie das Produkt am Ende selbst.

Was ist für dich die perfekte Form?
Ich liebe die Form einer runden, halbkugelförmigen Schale. Ich assoziiere damit Wärme. Und Bilder von Händen, die eine Schüssel halten, sind meiner Ansicht nach sehr sinnlich. Vielleicht ist Tee in der Schüssel und die Wärme breitet sich auf die Hände aus. Das ist eine Form, die zu Interaktion motiviert.

Wie ist die Ursprungsidee der Drop-Vase für blomus entstanden?
Ich mag Glas sehr - ich arbeite seit Jahren mit diesem einzigartigen Material. Als ich in Kopenhagen studierte, habe ich als Teil meiner Ausbildung selbst Glas geblasen. Das hat mir ein ziemlich detailliertes Verständnis dafür geliefert, wie man mit Glas arbeitet, um die gewünschte Form, Farbe und Dichte zu erzielen. Bei der Gestaltung von Drop war ich vor allem daran interessiert, wie sich Glas auf seine besondere Weise beim Blasen mit einem Rohr verhielt. Ich erinnere mich daran, wie ich es geliebt habe zu beobachten, wie Schwerkraft und Gewicht die Form des Materials beeinflusst haben, während die heiße Glasblase sich im Fallen abkühlte und dabei irgendwie „eingefroren” wurde. Dies ist von fundamentaler Bedeutung dafür, wie Glas reagiert und welches Wesen es hat. Mit Drop wollte ich genau das erfassen.

Die Vase ist ein fast archetypisches Objekt, das immer wieder neu interpretiert wurde. Wie hat sich das auf deinen kreativen Prozess ausgewirkt?
Als Objekt spiegelt die Vase die Persönlichkeit und den Stil ihres Besitzers wider. Obwohl sie archetypisch ist, steht sie immer in einem Kontext. Daher war der Stellenwert des Objekts keine Einschränkung - es fiel mir leicht, mich ganz auf die Schaffung einer Vase zu konzentrieren, die in das ästhetische Universum von blomus passte. Was mich auch fasziniert, ist der demokratische Aspekt der Vase: Blumen und Pflanzen sind die zugänglichste Form der Schönheit, mit der sich jeder identifizieren kann.

Wie hat sich die Wahl des Materials auf die Form des Objekts ausgewirkt?
Das Material selbst und der eigentliche Prozess des Glasblasens war eine riesige Inspirationsquelle. Mein Ziel war es, eine reine und einfache Form zu schaffen, die sich je nach Blickwinkel ändern würde - daher der Diagonalschnitt, der auch einen interessanten Kontrast zwischen der weichen Kurve der Vase und der geraden polierten Oberfläche an der Schnittkante schafft. Farblich interagiert Glas wunderbar mit Licht, und die abgestuften Schattierungen von Braun und Grau schienen ideal für die Form.

Wie stellst du dir die Verwendung der neuen Produkte im Alltag vor?
Am schönsten finde ich es, wenn ein Blumenstrauß und eine Vase miteinander verschmelzen und so eine ästhetische Einheit schaffen. Also werde ich mich für Blumen entscheiden, die die Farben und Formen von Drop ergänzen. Außerdem fügt Glas einem Raum Helligkeit hinzu. Ganz besonders dann, wenn es sich in der Nähe einer Lichtquelle befindet. Ich lasse mich gerne von den kleinen stimmungsvollen Momenten inspirieren, wenn Licht zu einer bestimmten Tageszeit auf das Glas fällt und eine besondere Atmosphäre schafft.