Was ist deine erste Erinnerung an das Thema Design?
Das Reißbrett meiner Mutter! Sie ist Architektin, und damals, Anfang der 90er Jahre, wurde noch alles von Hand gezeichnet. Die Architekten bauten winzige Pappmodelle der Gebäude, um zu prüfen, wie sie später aussehen würden. Ich war unendlich fasziniert von den verschiedenen Werkzeugen, welche die Architekten benutzten. All diese Zeichenstifte, Lineale und Pantografen waren interessant, weil sie Werkzeuge waren, mit denen man Magisches schaffte. Ich erinnere mich noch an die eigenartige Form des biegsamen Kurvenlineals. Als kleines Mädchen konnte ich stundenlang damit spielen.

Was ist für dich die perfekte Form?
Ich liebe die Form einer runden, halbkugelförmigen Schale. Ich assoziiere damit Wärme. Und Bilder von Händen, die eine Schüssel halten, sind meiner Ansicht nach sehr sinnlich. Vielleicht ist Tee in der Schüssel und die Wärme breitet sich auf die Hände aus. Das ist eine Form, die zu Interaktion motiviert.

Warum hast du dich für den Designbereich entschieden?
Als Kind wollte ich Stunden damit verbringen, Dinge zu zeichnen und zu machen, und meine Eltern wollten mir eher kreative Dinge als echtes Spielzeug zur Verfügung stellen. Meistens wollte ich Puppenhäuser bauen und dekorieren, Kleidung entwerfen oder meine eigenen Modemagazine machen. Später war ich von Glas fasziniert. Und dieses vielseitige und anspruchsvolle Material wurde zu meinem elementaren Studienobjekt während des Designstudiums.

Als Designer mit Sitz in Kopenhagen, Dänemark, bin ich heute vor allem daran interessiert, meine kreativen Visionen in Form funktionaler Alltagsgegenstände umzusetzen, die ästhetisch überzeugend sind und gleichzeitig eine Interaktion beim Benutzer auslösen.

Was waren deine Gedanken bei der Gestaltung der Schmuckablage Castea für blomus?
Die ursprüngliche Idee kam von meinem ganz persönlichen Bedürfnis nach einem Ort, um meine Armbänder, Ringe und Halsketten aufzubewahren, wenn ich sie nicht benutzte. Irgendwie gingen sie immer wieder in einem Haufen aller möglichen Sachen verloren. Aber es war auch ein Wunsch, den ganzen kostbaren Schmuck, den die meisten Frauen auch dann gerne sehen, wenn sie ihn nicht tragen, zu zeigen. Daher habe ich ein Objekt geschaffen, welches Schmuck aufbewahrt und präsentiert, das aber selbst wie ein minimalistisches Schmuckstück aussieht. Ich wollte auch das traditionelle Konzept des Schmuckständers ein wenig herausfordern und z. B. kleine, mit Leder ausgekleidete Ablagen für alle kleineren Stücke wie Ringe und Ohrringe mit einbeziehen.

Was war am Interessantesten bei der Arbeit an Castea?
Meine Entwürfe sind eher grazil und feminin. Mit diesem Stil kann ich mich am besten identifizieren. Es war sehr anspruchsvoll aber auch sehr motivierend, diese gestalterische Komfortzone zu verlassen und den Look ein wenig zu verschärfen. blomus ist sehr „straight“, im Sinne von pur und minimalistisch, also musste ich meine Ideen anpassen und sie mit der Wärme und Verspieltheit meines Stils ausbalancieren. Einschränkungen dieser Art sind manchmal gut für den kreativen Prozess - und auch für das Ergebnis.