Was macht für euch ein gut gestaltetes Objekt aus?
Florian: Für mich geht es um ein gewisses Maß an Intelligenz - in punkto Ästhetik genauso wie bei der Funktionalität. Und natürlich um das Zusammenspiel zwischen beiden. Wenn ein Produkt zwar schön, aber nicht praktisch und dadurch nicht verwendbar ist, erfüllt es dieses Kriterium nicht. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass gut gestaltete Objekte ihren eigenen Charakter oder ihre eigene DNA haben - das gewisse Etwas eben, das sie wirklich einzigartig und wiedererkennbar macht in einer Welt mit einem Überangebot an Produkten.

Sebastian: Für mich ist ein gut gestaltetes Objekt in erster Linie ein Blickfang. Es muss etwas Besonderes bieten - ein schönes Detail, eine intelligente Funktion, eine reizvolle Form oder ein schönes Material. Es muss an erster Stelle Aufmerksamkeit gewinnen, um sich als durchdacht zu erweisen.

Wie seid ihr auf die ursprüngliche Idee für eure neuen Hexa-Schalen für blomus gekommen?
Florian: Dieses spezielle Produkt entstand durch sehr viele Skizzen – und durch viel Diskutieren über das Für und Wider. Es ist sehr wichtig für uns, vor, während und nach dem Designprozess über unsere Ideen zu sprechen, da wir immer über die Materialeigenschaften, über den Einfluss der Form auf die Verwendung und nicht zuletzt über die allgemeine Relevanz des Produkts nachdenken. Zusätzlich recherchiere ich viel, indem ich beobachte, wie Menschen ähnliche Produkte verwenden und mit ihnen interagieren. Dabei bekomme ich oft eine klare Vorstellung davon, worauf ich besonders achten muss.

Sebastian: Mit Hexa wollten wir einen 3D-Effekt schaffen - einen kleinen optischen Trick, indem wir vier Sechsecke zusammen verwenden, wodurch die Schalen als Würfel erscheinen. Wir haben uns für drei verwandte Objekte entschieden, die problemlos zusammenpassen könnten. So können Sie die Schalen zu einem Muster Ihrer Wahl zusammenstellen, was den spielerischen Aspekt des Designs unterstreicht.

Was waren eure wichtigsten Überlegungen im kreativen Prozess?
Sebastian: Wir fragen uns immer, wie wir die Dinge noch ein bisschen besser machen können. Dies gilt nicht allein für das Design von Hexa oder Ani Lamp oder eines unserer anderen Produkte für blomus. Es ist eine grundlegende Denkweise für uns. Es ist für einen Designer unmöglich, das Rad neu zu erfinden, und es gibt eine Menge erstaunlicher Produkte. Um relevant zu bleiben, müssen wir in der Lage sein, jedem der von uns kreierten Produkte etwas Neuartiges zu geben. Auch dann, wenn es sich nur um ein kleines, aber cleveres Detail handelt, an das scheinbar noch niemand gedacht hat.

Wie bleibt ihr als Designer relevant?
Sebastian: Ich denke, relevant zu bleiben ist eine wichtige Herausforderung für absolut jeden Designer. Aber wenn du auf deine innere kreative Stimme hörst und versuchst, dich nicht zu sehr von der Arbeit anderer Menschen beeinflussen zu lassen, bist du meiner Meinung nach schon weit gekommen. Relevanz und Integrität scheinen zwei Seiten einer Medaille zu sein.

Florian: Wir sprechen oft über die Notwendigkeit, neugierig zu bleiben und offen für neue Wege zu sein. Keine Angst zu haben und die Welt, wie man sie kennt, herauszufordern. Glücklicherweise sind wir noch ein recht junges Studio und sind uns bewusst, dass wir trotz unseres jüngsten Erfolges noch viel zu lernen und zu entdecken haben.