Was sind eure ersten Erinnerungen an Design?
Florian: Als ich aufwuchs, war ich viel von Kunst und Design umgeben. Nicht etwa, weil meine Eltern sich professionell damit auseinandergesetzt hatten, sondern weil sie einfach schöne Dinge mochten. Jahrzehnte später entdeckte ich, dass vieles in meinem Elternhaus echte Design-Klassiker waren. Zum Beispiel das berühmte Mono-Ring-Besteck von Peter Raacke, einem deutschen Designer, der in der Bauhaus-Bewegung verwurzelt ist. Ich liebe dieses Besteck immer noch, und ich denke, das passiert, wenn man Kindern die Chance gibt, gutes Design im Alltag sprichwörtlich zu erleben. Sie wachsen mit einem Bewusstsein für Formen und Farben auf und entwickeln ein Interesse an der Materialität von Dingen sowie an der Wertschätzung von gut gemachten Gegenständen.

Was ist für euch die perfekte Form?
Florian: Eine perfekte Form gibt es nicht. Das ist immer eine Frage des Kontextes. Allerdings spielt ein gewisser Kontrast oft die Musik. Blindes Nachdenken über die Funktion funktioniert nie. Jedes Objekt braucht Schönheit, Poesie, Gefühl!

Sebastian: Formensprache kann nie von Faktoren wie Zeit, Funktion, Produktionsweisen etc. getrennt betrachtet werden. Für mich ist es aber auch ein Gefühl. Wenn wir eine neue Idee entwickeln oder einen bestimmten Punkt im Design-Prozess erreicht haben, fühle ich mich glücklich und zuversichtlich.

Was waren eure Gedanken bei der Gestaltung der Ani Lamp für blomus?
Florian: Die portable LED-Leuchte wurde von Straßenlaternen inspiriert - und Vielseitigkeit war der Schlüssel. Unser Ziel war es, ein Objekt zu schaffen, das sich an verschiedene Umfelder anpasst und auf unterschiedliche Arten verwendet werden kann. Zum Beispiel, indem es auf einem Tisch mit dem Schirm nach oben gestellt wird oder indem der Schirm beim Hängen an einer Schnur nach unten zeigt. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, sowohl die Funktion als auch das Aussehen der Leuchte ganz leicht zu verändern und macht sie zu einem spiele- rischen, aber hochfunktionalen Objekt.

Was ist der größte Vorteil, wenn zwei Designer gemeinsam an einem Produkt arbeiten?
Florian: Wir haben immer jemanden, mit dem wir alle Details besprechen können, und wir haben keine Angst davor, dem anderen zu widersprechen. Damit ein Projekt jedoch erfolgreich ist, müssen wir am Ende zu 100% einer Meinung sein. Wir sind wirklich am besten, wenn wir dabei diskutieren und laut denken. Dann entwickeln wir uns kreativ und nutzen unsere individuellen Fähigkeiten und Talente.

Sebastian: Es ist toll, einen Teamkollegen zu haben - jemanden, auf den man zählen kann, der die gleichen Ziele verfolgt und der ständig über seine Arbeit nachdenkt. Ich denke, wir sind in unserem Berufsleben an diesen Punkt gekommen, weil wir gut zusammenarbeiten.